Warum sollte ich als Einzelunternehmer ein Geschäftskonto eröffnen?

Ein Geschäftskonto ist für Einzelunternehmer kein Muss, erleichtert aber die Trennung zwischen privaten und gewerblichen Transaktionen. Die Kosten für das gewerblich genutzte Konto fallen häufig höher aus als bei einem Privatkonto. Dafür bietet das Geschäftsgirokonto weitere Leistungen, die du im Privatbereich nicht nutzen kannst. Viele Kreditinstitute bieten ein Firmenkonto mit Online-Kontoführung oder persönlicher Beratung an. Durch einen Vergleich findest du das beste Geschäftsgirokonto, das optimal zu deinem Unternehmen passt.

Ein Geschäftskonto erleichtert die Buchhaltung von Selbstständigen

Ohne ein Bankkonto kommt heute kein Verbraucher mehr aus. Doch nicht nur Privatpersonen führen Konten bei einer Bank oder Sparkasse, sondern auch Unternehmen. Einige Betriebe sind gesetzlich verpflichtet, alle Zahlungen über ein Firmenkonto laufen zu lassen. Das gilt jedoch nicht für Selbstständige und Freiberufler. Als Einzelunternehmer hast du die Wahl, ob du alle Zahlungen über ein gemeinsames Girokonto oder zwei getrennte Konten abwickelst. Wegen der besseren Übersicht empfiehlt es sich aber, sowohl ein Privatkonto als auch ein Geschäftskonto zu unterhalten. Viele Banken bieten spezielle Firmenkonten an. Auch Direktbanken finden sich unter den Anbietern, sodass du dein Geschäftsgirokonto mobil und am PC verwalten kannst. Vor der Eröffnung solltest du einen Firmenkonto-Vergleich durchführen. Vor allem bei den Gebühren unterscheiden sich die verschiedenen Angebote zum Teil stark voneinander. Außerdem musst du andere Unterlagen vorlegen als bei der Eröffnung eines Privatkontos.

Was ist ein Geschäftskonto?

Ein Geschäftskonto ist ein Bankkonto, das ausschließlich für gewerbliche Zwecke genutzt wird. Du kannst ein Firmenkonto nicht nur als Girokonto eröffnen. Folgende Konten bieten Banken für eine gewerbliche Nutzung an:

  • Girokonto, auch als Kontokorrentkonto bezeichnet
  • Sparkonto
  • Tagesgeldkonto
  • Festgeldkonto
  • Wertpapierdepot
  • Kreditkarte
  • Kreditkonto, auch als Baufinanzierung

Konten für jeden Verwendungszweck

Über das Geschäftskonto wickelst du alle Aktivitäten ab, die dein Unternehmen betreffen. Das Girokonto ist für den täglichen Zahlungsverkehr gedacht. Auf einem Sparkonto, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto kannst du Guthaben anlegen, das du im Moment nicht benötigst. So kannst du durch Zinsen dein Kapital erhöhen. Auch der Kauf von Wertpapieren wird von einigen Betrieben als Geldanlage genutzt. Dazu muss sich der Geschäftsführer aber gut in dem Bereich auskennen. Neben einer attraktiven Rendite besteht bei Wertpapieren auch immer das Risiko, durch Kursschwankungen Geld zu verlieren.

Wenn ein Unternehmen Kapital benötigt, kann es einen Kredit aufnehmen. Viele Banken bieten spezielle Geschäftsdarlehen mit besonderen Konditionen an. Wenn ein Betrieb expandiert, kann der Bau eines neuen Firmensitzes oder einer Lagerhalle über ein gewerbliches Immobiliendarlehen finanziert werden. Zu den wichtigsten Konten für einen Betrieb zählt aber das Geschäftsgirokonto, über das alle geschäftlichen Transaktionen abgewickelt werden.

Das Girokonto ist das wichtigste Geschäftskonto

Ein gewerbliches Girokonto, auch Kontokorrentkonto genannt, ist das wichtigste Konto für eine Firma. Jeden Tag fallen Überweisungen und Zahlungseingänge an und Bargeld wird eingezahlt oder ausgezahlt. Fast alle Einnahmen und Ausgaben einer Firma laufen über das Geschäftsgirokonto. Nachfolgend eine Aufstellung der häufigsten Transaktionen im geschäftlichen Zahlungsverkehr:

Diese Aufwendungen werden dem Firmenkonto belastet:

  • Überweisungen an die Lieferanten
  • Gehaltszahlungen an die Mitarbeiter
  • Sozialversicherungsbeiträge an die Krankenkassen
  • Versicherungsbeiträge für die Betriebsversicherung
  • Steuerzahlungen an das Finanzamt
  • Miete für die Geschäftsräume
  • Ausgaben für die Ladeneinrichtung und Büromaterial
  • Rechnungen für das Geschäftshandy und das Festnetztelefon
  • Leasingrate für ein Firmenfahrzeug oder für Maschinen

Diese Gutschriften werden auf einem gewerblichen Kontokorrentkonto verbucht:

  • Kundenzahlungen mit der EC-Karte
  • Überweisungen von Kunden zur Begleichung fälliger Rechnungen
  • Lastschrifteinzug fälliger Forderungen
  • Einzahlung von Bargeld bei der Bank
  • Gutschriften von Lieferanten aus Rücksendungen und Reklamationen

Es spielt keine Rolle, in welcher Branche du tätig bist und wie viele Kunden du schon von deinem Produkt oder deiner Dienstleistung überzeugen konntest. Mit der Geschäftseröffnung solltest du auch das entsprechende Geschäftsgirokonto einrichten, um ab dem ersten Tag alle Einnahmen und Ausgaben über das Konto zu verbuchen. So gibt es gegenüber dem Finanzamt keine Probleme mit der genauen Abtrennung von persönlichen Ausgaben und Geschäftsaufwendungen. Sollte es zu einer Betriebsprüfung kommen, erhält der Finanzbeamte außerdem keinen Einblick in deine Privattransaktionen. Das erleichtert die Prüfung und schützt deine Privatsphäre.

Wer muss ein Firmenkonto eröffnen?

Firmen, die gesetzlich verpflichtet sind, eine Bilanz zu erstellen, müssen immer ein Geschäftskonto führen. Wenn ein Betrieb in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG), Offenen Handelsgesellschaft (OHG), Kommanditgesellschaft (KG) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) geführt wird, besteht eine Bilanzpflicht. Als juristische Personen müssen diese Unternehmen daher zwingend ein Firmenkonto führen, um ihre Geschäftstransaktionen zu verbuchen.

Anders sieht es bei den Rechtsformen Freiberufler und Einzelkaufleute aus. Freiberufler müssen niemals eine Bilanz erstellen. Bei den Einzelkaufleuten besteht erst ab einem Umsatz von mehr als 600.000,00 Euro im Jahr oder einem jährlichen Gewinn von mehr als 60.000,00 Euro eine Bilanzpflicht. Daher müssen viele Existenzgründer, Freelancer und Selbstständige keine Bilanz erstellen. Gleichzeitig sind die Geschäftsinhaber nicht verpflichtet, ein Geschäftsgirokonto zu führen. Das bedeutet, dass du als Einzelunternehmer den geschäftlichen Zahlungsverkehr auch über dein Privatkonto abwickeln kannst. Es gibt aber einige Gründe, die dagegen sprechen.

Warum ein Geschäftskonto für Einzelkaufleute zu empfehlen ist

Wenn persönliche und gewerbliche Zahlungen über ein gemeinsames Bankkonto laufen, ist das zwar bequem, kann aber auch zu Verwirrung führen. Steuerberater, Finanzamt und Banken sehen es lieber, wenn die Zahlungen sauber getrennt werden. Das macht es dem Unternehmer und den Behörden leichter, gewerbliche und persönliche Zahlungen auseinanderzuhalten. So kannst du zum Beispiel alle Kosten, die für die gewerblichen Transaktionen anfallen, als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Buchungen, die dein Privatleben betreffen, musst du hingegen selbst bezahlen. Bei einer gemischten Kontonutzung musst du also genau auflisten, welche Überweisungen und Abhebungen deinem Geschäft und welche deinem Privatleben zugeordnet werden können.

Einige Kreditinstitute drohen sogar mit einer Kontokündigung, wenn sie bemerken, dass ein Girokonto privat und gewerblich genutzt wird. Sie verlangen dann die Eröffnung eines Geschäftskontos, falls sie solch ein Konto führen. Ein Geschäftskonto-Vergleich zeigt, dass zahlreiche Banken sowohl Privatkonten als auch Firmenkonten im Angebot haben. Die Konten weisen Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede auf.

Wie unterscheiden sich Geschäftskonto und Privatkonto?

Ein Bankkonto als Firmenkonto unterscheidet sich in der Nutzung nicht sehr von einem Privatkonto. In vielen Fällen bietet die Bank Online-Kontoführung und Online-Banking an. Über beide Konten werden sowohl beleghafte Buchungen als auch beleglose Buchungen abgewickelt. Du kannst dir Bargeld am Schalter oder am Geldautomaten auszahlen lassen. Du erhältst für das Girokonto eine EC-Karte und oft auch eine Kreditkarte. Häufig zahlst du Kontoführungsgebühren und Gebühren für die einzelnen Abbuchungen. Anhand der Kontonummer lässt sich nicht erkennen, um welche Art von Konto es sich handelt.

Es gibt aber auch einige wichtige Unterschiede. Die meisten Banken verlangen für ein Firmenkonto höhere Kontoführungsgebühren als für ein Privatkonto. Vereinzelt gibt es auch Angebote für ein kostenloses Geschäftskonto. Vor allem für kleine Einzelunternehmer mit einem geringen Umsatz und für Existenzgründer ist es schwieriger als für Angestellte, einen Dispositionskredit zu erhalten. Die Zinsen für den Dispo fallen außerdem oft höher aus als im Privatbereich. Nur über ein Firmenkonto kann der Kontoinhaber fällige Beträge per Lastschrift einziehen.

Lastschrifteinzug nur bei Geschäftsgirokonto

Über ein Geschäftskonto kann ein Unternehmer per Lastschrift fällige Beträge von seinen Kunden einziehen. Diese Möglichkeit besteht bei einem privaten Konto nicht. Durch den Lastschrifteinzug stellt ein Selbstständiger oder Freiberufler sicher, dass er offene Forderungen pünktlich erhält.

Bei den Lastschriftverfahren hat der Kontoinhaber die Wahl zwischen:

  • SEPA-Basis-Lastschrift
  • SEPA-Firmenlastschrift

Bei beiden Verfahren wird das Bankkonto des Käufers mit dem Betrag einer fälligen Rechnung belastet. Die Summe kann bei jeder Abbuchung unterschiedlich hoch ausfallen. Bei hohen Beträgen kann der Verkäufer auch eine Ratenzahlung anbieten. Dann bucht das Unternehmen so lange jeden Monat die fällige Rate ab, bis die Rechnung endgültig bezahlt ist.

Die SEPA-Basis-Lastschrift ist für Zahlungen zulasten von Konten von Privatpersonen und Firmen gedacht. Der Käufer kann der Abbuchung bis zu acht Wochen lang widersprechen. In dem Fall erhält er sein Geld zurück und das Geschäftskonto wird mit dem Betrag wieder belastet.

Die SEPA-Firmenlastschrift darf nur eingesetzt werden, wenn es sich um Buchungen zwischen zwei Unternehmen handelt. Nach der Abbuchung hat der Zahlungspflichtige keine Möglichkeit mehr, der Zahlung zu widersprechen.

In jedem Fall ist das Lastschriftverfahren eine gute Möglichkeit, offene Forderungen einzuziehen. Der Verkäufer muss nicht warten, bis seine Kunden den Betrag überweisen. Der Zahlungseingang muss nicht überwacht werden. Du musst auch keine Mahnung schreiben. Dadurch wird die Buchhaltung entlastet und die Firma spart viel Zeit. In den Konditionen der Bank ist jedoch festgehalten, dass das Firmenkonto bei einer geplatzten Lastschrift mit zusätzlichen Gebühren belastet wird. Daher solltest du nur vertrauenswürdigen und zahlungskräftigen Abnehmern diese Zahlungsart anbieten.

Wer bietet Geschäftskonten an?

Viele Banken bieten ihren Kunden ein Firmenkonto an. Über einen Geschäftskonto-Vergleich kannst du dir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Angebote ansehen. Dabei stellst du schnell fest, dass es kaum ein komplett kostenloses Firmenkonto gibt. Einige Anbieter verzichten zwar auf die Kontoführungsgebühr. Dafür werden aber andere Gebühren berechnet und du musst mit Kosten für eine Kreditkarte oder für beleghafte Buchungen rechnen.

Du kannst zunächst bei der Bank nachfragen, bei der du ein kostenloses Girokonto führst, ob dort auch ein Geschäftskonto angeboten wird. Die meisten Sparkassen Volksbanken und Großbanken haben eine eigene Firmenkundenabteilung. Daher werden nicht nur Konten für eine gewerbliche Nutzung angeboten, sondern Einzelunternehmer und Freelancer erhalten in den Filialen der Kreditinstitute eine persönliche Beratung zu vielen Geschäftsthemen. Doch auch Privatbanken und Direktbanken haben Firmenkonten im Angebot und bieten persönlich, per Telefon oder per E-Mail ebenfalls Beratungsleistungen für Unternehmer an.

Der Vergleich sollte sich aber nicht nur auf die kostenlose Kontoführung oder andere Kosten beschränken. Vor der Eröffnung solltest du dir einige wichtige Fragen stellen, um das beste Geschäftskonto zu finden.

Die verschiedenen Gebührenmodelle der Banken

Bei einem Vergleich der verschiedenen Angebote stellst du schnell fest, dass jedes Institut ein eigenes Gebührenmodell für ein Geschäftskonto hat. Im Gegensatz zum privaten Girokonto lassen sich kaum gebührenfreie Angebote für Unternehmen finden. Außerdem berechnen die Anbieter im Firmenkundenbereich häufig höhere Gebühren als bei den Privatkunden.

Wenn dein Betrieb gut läuft, gibt es eine Vielzahl an Abbuchungen und Gutschriften auf dem Konto. Falls die ausgesuchte Bank jede Buchung einzeln abrechnet, kommen monatlich hohe Kosten auf dich zu. In dem Fall ist es von Vorteil, eine pauschale Buchungsgebühr zu vereinbaren.

Es gibt aber noch weitere Leistungen, bei denen du vorher überlegen solltest, ob du sie benötigst:

  • Reichst du häufig Schecks oder Überweisungsformulare in Papierform ein? Beleghafte Buchungen sind zum Teil erheblich teurer als beleglose Buchungen.
  • Reicht ein elektronischer Kontoauszug aus oder benötigst du einen schriftlichen Kontoauszug per Post?
  • Zahlen viele Kunden per Lastschrifteinzug und wie teuer ist eine geplatzte Lastschrift für dich?
  • Bei Kunden im Ausland: Wie teuer ist eine Auslandsüberweisung und welches Tageslimit musst du beachten?
  • Erhältst du Zinsen für ein Guthaben auf dem Geschäftsgirokonto oder kannst du gleichzeitig ein kostenloses Anlagekonto eröffnen?
  • Unter welchen Voraussetzungen erhältst du einen Dispokredit und welche Zinsen fallen dafür an?
  • Besitzt der Anbieter eigene Geldautomaten, an denen du kostenlos Bargeld abheben kannst? Bei Direktbanken muss in einigen Fällen ein gebührenpflichtiger Fremdautomat genutzt werden.
  • Wie teuer ist die Einzahlung von Bargeld oder der Münzwechsel?
  • Gehört zu dem Geschäftsgirokonto eine kostenlose Kreditkarte, mit der du gegebenenfalls auch auf Geschäftsreise im Ausland bezahlen kannst?
  • Wenn du viel unterwegs bist: Bietet das Konto Online-Banking und Verfügungen über eine Banking-App an und fallen für die Nutzung Gebühren an?

Wichtige Fragen bei der Eröffnung eines Firmenkontos

Vor der Auswahl einer Bank und dem Absenden des Kontoeröffnungsantrags sollten sich Selbstständige und Freiberufler diese Fragen stellen:

  • Welches Geschäftskonto ist für meine Unternehmensart geeignet?
  • Muss ich Bargeld einzahlen oder reicht ein Online-Konto bei einer Direktbank aus?
  • Lege ich Wert auf kostenlose Kontoführung oder bietet mir ein Firmenkonto mit Gebühren bessere Leistungen?
  • Benötige ich Beratung in einer Filiale oder reicht der Kontakt online und per Telefon aus?
  • Erhalte ich einen Dispokredit und welche Bedingungen stellt die Bank?
  • Was kosten beleghafte und beleglose Buchungen?

Je nach Unternehmensart sind unterschiedliche Kontomodelle als Geschäftskonto geeignet. Wenn du eine Trinkhalle betreibst oder dich mit einem Schnellimbiss selbstständig gemacht hast, zahlen die meisten Kunden in bar. Dann brauchst du eine Bank, die eine Filiale oder einen Geldautomaten mit Einzahlfunktion in deiner Nähe betreibt. Wenn du dagegen einen Online-Shop besitzt, sind Online-Kontoführung und Bezahlmöglichkeiten per Kreditkarte oder Lastschrifteinzug wichtig für dich. Daher solltest du dich für ein Firmenkonto entscheiden, das sich für dein Geschäftsmodell am besten eignet.

Geschäftskonto ohne Kontoführungsgebühren

Einige Institute bieten ein kostenloses Geschäftskonto ohne Kontoführungsgebühren an. Auf den ersten Blick sieht es nach einem günstigen Angebot aus. Aber als Einzelunternehmer solltest du auch auf die sonstigen Konditionen und Leistungen achten. Wenn für jede Buchung eine separate Postengebühr anfällt und du viele bargeldlose Transaktionen über das Geschäftsgirokonto abwickelst, kommt jeden Monat schnell ein hoher Betrag zusammen. Dann ist es besser, einen Anbieter zu wählen, der eine möglichst hohe Anzahl an monatlichen Transaktionen gebührenfrei erlaubt oder der eine Pauschale berechnet. Wenn du einen Online-Shop betreibst und Kunden im Ausland hast, solltest du auf Zahlungsverkehr im SEPA-Raum oder sogar weltweit achten.

Dispokredit zur Sicherung der Liquidität

Liquidität ist ein wichtiger Faktor bei der Führung eines erfolgreichen Unternehmens. Jeder Freiberufler und Freelancer kennt aber auch Zeiten, in denen die Kunden nur schleppend bezahlen und die Außenstände immer größer werden. Das Geld fehlt dann zur Bezahlung der laufenden Kosten, wie Miete, Strom oder Gehälter. In diesem Fall kann ein Dispositionskredit helfen. Bei einem Dispokredit wird das Kontokorrentkonto überzogen und im Soll geführt. Für Freiberufler und Freelancer ist es oft nicht so einfach, einen Dispokredit von der Bank zu erhalten. Bei einigen Anbietern kann das gewerbliche Girokonto nur im Guthaben geführt werden. Andere Kreditinstitute verlangen eine Vielzahl von Unterlagen und benötigen einige Zeit zur Prüfung, bevor sie den Kredit genehmigen. Daher solltest du schon bei der Eröffnung darauf achten, ob du das Geschäftskonto bei Bedarf überziehen darfst. Erkundige dich auch, welche Unterlagen benötigt werden, um den Dispo möglichst schnell zu erhalten. Es kann sich um andere Nachweise und Belege handeln als die, die du bei der Kontoeröffnung vorlegen musstest.

Bankberater helfen weiter

Wie du aus den Beispielen siehst, muss jedes Geschäftskonto andere Anforderungen erfüllen. Bei einer Direktbank steht dir kein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung. Du kannst deine Anliegen aber per E-Mail oder telefonisch klären. Existenzgründer können auch ein Kreditinstitut mit einer Filiale in der Nähe auswählen. Hier stehen Bankberater für ein individuelles Beratungsgespräch zur Verfügung.

Notwendige Unterlagen für die Eröffnung eines Geschäftskontos

Jeder Anbieter verlangt unterschiedliche Unterlagen für die Eröffnung eines Geschäftsgirokontos. Ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder auf die Homepage des ausgewählten Kreditinstituts schafft Klarheit. Es gibt aber auch einige Unterlagen, die jede Bank verlangt, um ein Geschäftsgirokonto zu eröffnen. Daher hier eine Aufstellung der Papiere, die du unbedingt benötigst:

  • ausgefüllten und unterschriebenen Kontoeröffnungsantrag
  • Personalausweis oder Reisepass des Kontoinhabers
  • Steuernummer bei Freiberuflern
  • Gewerbeanmeldung bei einem Einzelkaufmann ohne Eintrag ins Handelsregister
  • Handelsregisterauszug bei einer Einzelfirma mit Eintrag ins Handelsregister
  • GbR-Vertrag bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, auch als BGB-Gesellschaft bezeichnet
  • Handelsregisterauszug, Gesellschaftervertrag und eine Liste mit den Namen aller Gesellschafter bei einer GmbH, OHG oder Kommanditgesellschaft (KG)

eNeben diesen unbedingt notwendigen Dokumenten verlangen einige Institute auch Kontoauszüge oder Steuerbescheide der letzten Jahre beziehungsweise eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Außerdem wird die Bonität des Antragstellers überprüft.

Bonitätsprüfung durch Schufa-Auskunft oder Selbstauskunft

Wie bei der Eröffnung eines Privatkontos überprüfen die Kreditinstitute auch bei einem Selbstständigen als Einzelkaufmann die Bonität. Dazu wird nach einem negativen Schufa-Eintrag geforscht und in einigen Fällen eine steuerliche Selbstauskunft angefordert.

Nicht jeder Schufa-Eintrag führt dazu, dass eine Bank die Eröffnung eines Geschäftskontos ablehnt. Bei der Schufa werden sowohl positive als auch negative Merkmale gespeichert. Die meisten Einträge sind positiv und sagen nur etwas über das korrekte Zahlungsverhalten einer Person aus.

Zu den positiven Einträgen bei der Schufa gehören:

  • ein ordnungsgemäß zurückgezahlter Kredit
  • Handyverträge, die regelmäßig bezahlt werden
  • Leasingverträge für Fahrzeuge oder Maschinen ohne Ratenrückstand
  • Konten, die ohne Beanstandung bei anderen Banken geführt werden
  • Kreditkarten ohne Rückstände
  • Kundenkonten bei Versandhändlern ohne überfällige Rechnungen

Die positiven Einträge zeigen der Bank oder Sparkasse, dass es sich um einen kreditwürdigen Antragsteller mit einer guten Zahlungsmoral handelt. Daher kann der Einzelkaufmann ohne Probleme ein Bankkonto eröffnen.

Anders sieht es mit den negativen Einträgen bei der Schufa aus. Wenn eines der folgenden Merkmale angezeigt wird, lehnt das Kreditinstitut die Eröffnung des Kontos mit großer Wahrscheinlichkeit ab:

  • Zwangsvollstreckung
  • eidesstattliche Versicherung
  • Haftbefehl
  • Insolvenzverfahren
  • Scheckbetrug

Die häufigsten Fragen zu einem Geschäftskonto

Hier eine Übersicht der häufigsten Fragen von Einzelunternehmern zu einem gewerblich genutzten Girokonto:

Muss ich ein Geschäftskonto eröffnen?

Als Einzelunternehmer kannst du alle persönlichen und gewerblichen Buchungen über dein privates Bankkonto laufen lassen. Nur bilanzpflichtige Betriebe und juristische Personen sind verpflichtet, ein Geschäftsgirokonto zu eröffnen.

Wer bietet ein Firmenkonto an?

Die meisten Banken und Sparkassen bieten Konten für Gewerbetreibende und Unternehmen an. Dazu gehören auch Direktbanken, bei denen das Geschäftsgirokonto ausschließlich online geführt wird.

Wie teuer ist ein gewerblich genutztes Konto?

Die monatlichen Kosten sind in der Regel höher als bei einem Privatkonto. Dafür kannst du die Gebühren als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.

Welche Unterlagen benötige ich zur Kontoeröffnung?

Neben deinem Personalausweis oder Reisepass benötigt das Kreditinstitut die Gewerbeanmeldung beziehungsweise bei Freiberuflern die Steuernummer. Eingetragene Kaufleute müssen einen Handelsregisterauszug vorlegen.

Alle hier genannten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir weisen jedoch daraufhin, dass wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen können. Insbesondere ersetzt dieser Inhalt keine rechtliche oder steuerliche Beratung im Einzelfall. Für eine Beratung in rechtlichen oder steuerlichen Angelegenheiten wende dich bitte an einen Anwalt oder Steuerberater deines Vertrauens.