Was kostet die Gründung einer UG?

Die Unternehmergesellschaft – kurz als UG mit dem Zusatz „haftungsbeschränkt“ bezeichnet – weist Ähnlichkeiten mit der GmbH auf. Sie ist eine Kapitalgesellschaft, sie kann als Ein-Mann-Gesellschaft geführt werden und die Haftung ist auf das Vermögen der Gesellschaft begrenzt, wie der Begriff „haftungsbeschränkt“ verdeutlicht. Ein weiterer markanter Unterschied: Das Stammkapital der UG liegt lediglich bei einem Euro. Bei der Gründung fallen jedoch Kosten für die notarielle Beurkundung und für die Eintragung ins Handelsregister an.

Die UG: eine Miniaturform der GmbH

In der Praxis bezeichnet man die Unternehmergesellschaft gerne als kleine Schwester der GmbH. Das liegt daran, dass es einige Gemeinsamkeiten zwischen beiden Unternehmensformen gibt. Die UG ist eine Kapitalgesellschaft und somit eine juristische Person. Für ihre Gründung ist mindestens ein Gesellschafter erforderlich. Für die Abwicklung der täglichen Geschäfte ist der Geschäftsführer zuständig. Die Haftung ist auf das Vermögen des Unternehmens begrenzt. Somit haftet ein Gesellschafter nur in schwerwiegenden Fällen, wie grober Fahrlässigkeit und Vorsatz, mit seinem eigenen Vermögen. Bei der Gründung der Mini-GmbH muss das Stammkapital eingezahlt werden. Während für die GmbH-Gründung 25.000 Euro an Kapital oder als Sacheinlagen einzubringen sind, fällt für die UG-Gründung nur ein Euro an. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum die UG als Miniaturausgabe der GmbH gilt.

Für die Gründung der UG genügen drei Schritte

Da es sich bei der UG um eine Kapitalgesellschaft handelt, entsteht schnell der Eindruck, dass die Gründung langwierig und kompliziert sei. Dieser Verdacht ist in vielen Fällen unbegründet. Tendenziell gilt, dass die Höhe der Kosten durch die Menge und die Komplexität der nötigen Verträge bestimmt wird. Je mehr Verträge du für die Gründung deiner UG abschließt, desto teurer wird sie. Allerdings hängt die Höhe der Kosten stark von der Zahl der Gesellschafter, von den Inhalten des Gesellschaftsvertrags und der Satzung sowie vom Geschäftsführervertrag ab. Wenn du dich als UG-Gründer darauf beschränkst, standardisierte Verträge zu verwenden, kannst du die Höhe der Kosten deutlich reduzieren und somit Geld sparen.

1. Am Anfang steht der Gesellschaftsvertrag

Wenn du eine UG (haftungsbeschränkt) gründen willst, benötigst du einen Gesellschaftsvertrag und eine Satzung. Beide Dokumente muss ein Notar beurkunden. Sofern es sich um maximal drei Gesellschafter handelt, kannst du in der Regel standardisierte Formulare nutzen. Sie stehen als Download im Internet zur Verfügung. Wenn der Notar daran keine Änderungen vornehmen muss, hält dies die Notarkosten relativ niedrig. Man spricht in diesem Fall von einem vereinfachten Verfahren bei der Gründung. Sind für die Gesellschaft individuelle Regelungen nötig, wirkt sich das auf die Notarkosten aus. Sie werden nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz festgelegt. Das heißt, ein Notar kann die Höhe der Gründungskosten nicht nach Belieben festlegen, sondern ist an die Vorgaben des Gesetzes gebunden. Wie hoch die Gründungskosten sind, hängt also von der Komplexität des Gesellschaftsvertrags und der Satzung ab.

2. Der Handelsregistereintrag ist Pflicht

Da es sich bei der UG (haftungsbeschränkt) um eine Kapitalgesellschaft handelt, ist ein Handelsregistereintrag erforderlich. Bei der Berechnung der Gründungskosten musst du also auch die Auslagen für die Eintragung im Handelsregister berücksichtigen. In vielen Gemeinden wird der Eintrag bequem online durchgeführt. Ob die Eintragung online oder persönlich erfolgt, hat jedoch nur wenig Einfluss darauf, wie hoch die Kosten sind. Während du auf die Auslagen für den Notar Einfluss nehmen kannst, ist es beim Eintrag ins Handelsregister kaum möglich, Geld zu sparen.

Wenn du deine Firma ins Register eintragen lässt, musst du zeitgleich das Stammkapital einzahlen. Dieses Gründungskapital der UG ist auf einen Euro festgelegt. Eine Sacheinlage anstelle des Stammkapitals ist bei dieser Gesellschaftsform nicht akzeptiert. Wegen dieser geringen Einlage heißt die UG übrigens auch Ein-Euro-GmbH. In der Praxis bedeutet die Einlage, dass du den Betrag von einem Euro auf das Bankkonto deines Unternehmens einzahlst, bevor du die Gesellschaft im Register eintragen lässt.

3. Wann ein Geschäftsführervertrag entfallen kann

Wer ein Unternehmen gründen will, benötigt einen Geschäftsführer. Gerade als angehender Gründer hast du vermutlich noch nicht die finanziellen Mittel, um deine Firma im großen Stil zu führen und dir einen Geschäftsführer zu leisten – lieber übernimmst du den Job selbst. Das vertragliche Konstrukt dazu ist die Ein-Personen-UG. Sie besteht aus einer Person, die die Funktion des Gesellschafters und des Geschäftsführers übernimmt. Der Gesellschafter trägt dann die Bezeichnung des „geschäftsführenden Gesellschafters“. Dadurch ist es möglich, bei der GmbH-Gründung Geld zu sparen.

Wenn du deine Mini-GmbH mit mehreren Personen gründen willst, musst du ebenfalls einen Geschäftsführer ernennen. Zwischen ihm und der Gesellschaft wird ein Geschäftsführervertrag abgeschlossen, der von einem Notar beurkundet werden muss. Dadurch steigen wiederum die Notarkosten. Auf die Höhe des Stammkapitals hat es übrigens keinen Einfluss, ob du deine Firma als Ein-Mann-Gesellschaft oder mit mehreren Partnern gründest. Das Gründungskapital liegt in jedem Fall bei einem Euro.

Das Stammkapital treibt die Kosten hoch

Auch, wenn das erforderliche Stammkapital für die UG-Gründung auf dem Papier bei nur einem Euro liegt – in der Praxis sieht das anders aus. Das tatsächliche Stammkapital sollte nämlich weitaus höher sein als das theoretisch erforderliche Gründungskapital. Falls du deine Firma lediglich mit dem erforderlichen Kapital von einem Euro an den Start bringst, besteht die Gefahr, dass deine Ausgaben schon sehr bald die Einnahmen übersteigen. Damit ist dein Unternehmen zahlungsunfähig, es droht die Insolvenz. Wenn du eine Firma gründen willst, solltest du das Stammkapital bei den Gründungskosten unbedingt berücksichtigen und einen angemessenen, höheren Betrag einzahlen.

Wie du pauschale Kostenschätzungen entlarvst

Wenn du dich zum ersten Mal mit den Vor- und Nachteilen einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) beschäftigst, findest du im Internet eine Reihe von Schätzungen zu den Gründungskosten. Solche Kalkulationen solltest du immer mit großer Vorsicht bewerten. Du weißt jetzt, aus welchen Posten sich die Gründungskosten zusammensetzen. Du bist außerdem darüber informiert, dass ein Standardvertrag aus dem Internet durch den Notar günstiger zu beurkunden ist als ein individueller Gesellschaftsvertrag und eine individuelle Satzung. Du hast die weiteren Kosten für den Geschäftsführervertrag im Auge. Trotzdem kann es sich bei einer pauschalen Schätzung aus dem Internet allenfalls um einen groben Rahmen handeln. Die Kosten der Gründung bestimmen immer die individuellen Umstände, zu denen auch das reelle Stammkapital gehört. Dieses Gründungskapital wird bei der Berechnung der Kosten nämlich gerne vernachlässigt. Dennoch hat es großen Einfluss auf die Auslagen, die du berücksichtigen musst.

Was von Rundum-Sorglos-Paketen zu halten ist

Bei deiner Recherche im Internet bist du sicher schon auf sogenannten „Gründerpakete“ gestoßen. Sie werden angehenden Unternehmern gerade für eine UG-Gründung gerne angeboten. Du kannst meistens aus mehreren Modulen wählen und dir damit dein eigenes Paket zusammenstellen. Angefangen bei der Beratung über Verträge und Satzung bis hin zum Handelsregistereintrag und dem Besuch bei der Bank für die Eröffnung des Kontos sind die einzelnen Schritte der Gründung deiner Firma enthalten, sodass du immer einen Fachmann an deiner Seite hast. Im ersten Augenblick mögen solche Rundum-Sorglos-Pakete attraktiv sein. Bevor du dich dafür entscheidest, solltest du aber wissen, wie sie einzuordnen sind.

Mangelnde Transparenz erschwert die Auswahl

Sehr oft ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, wer die Beratung bei der UG-Gründung übernimmt und welche Erfahrung der Anbieter hat. Die Aussagekraft der ansprechend aufgemachten Websites ist häufig begrenzt. Dadurch kannst du nur schwer einschätzen, ob es sich um einen seriösen und erfahrenen Anbieter handelt. Bevor du dich für ein solches Paket entscheidest, solltest du sehr genau recherchieren, welche Referenzen der Dienstleister nachweist. Vergiss auch nicht, dass du bei der Gründung deines Unternehmens viel lernen wirst und deine eigenen Erfahrungen machen musst. Deshalb solltest du dich mit einem Dienstleister bei der UG-Gründung immer sehr genau abstimmen und austauschen, damit dein Unternehmen schon bald an den Start geht.

Alle hier genannten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir weisen jedoch daraufhin, dass wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen können. Insbesondere ersetzt dieser Inhalt keine rechtliche oder steuerliche Beratung im Einzelfall. Für eine Beratung in rechtlichen oder steuerlichen Angelegenheiten wende dich bitte an einen Anwalt oder Steuerberater deines Vertrauens.