Die wichtigsten Versicherungen für Selbstständige kennen lernen

Als Freiberufler oder Selbstständiger mit eigenem Unternehmen siehst du dich durch deine berufliche Tätigkeit einer Vielzahl an Risiken gegenüber. Diese solltest du intelligent absichern. Versicherungen decken zahlreiche betriebliche und private Risiken ab. Die Verträge sollten jedoch stets an deine Anforderungen und berufliche Rahmenbedingungen angepasst sein. Da manche Verträge zwingend vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind, solltest du dich bei Aufnahme deiner selbstständigen Tätigkeit in das komplexe Thema Versicherungen hineindenken.

Betriebliche und private Risiken voneinander abgrenzen

Grob lässt sich die Fülle an Versicherungen für Selbstständige in zwei Bereiche einteilen. Zum einen gibt es Verträge für die Absicherung betrieblicher Risiken. Hiermit sind drohende Schäden und Probleme gemeint, die unmittelbar mit Ausübung deines Berufs zusammenhängen. Ohne einen eigenen Betrieb oder deinen freien Beruf würdest du Versicherungen dieser Art nicht benötigen.

Hierneben gibt es die Absicherung von privaten Risiken. Bei diesen Verträgen entsteht ein Schutz oder eine Vorsorge, die dir als Privatperson unabhängig von deiner beruflichen Tätigkeit zugutekommt. Selbst wenn du nicht selbstständig tätig wärst, würdest du dich in der Regel mit diesen Risikobereichen befassen und Tarife dieser Art abschließen. Die folgende Aufzählung wirft einen Blick auf 1.) die wichtigsten betrieblichen Versicherungsarten – und anschließend auf 2.) die wichtigsten privaten Tarifsparten.

1.) Die Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung

Unabhängig von deinem Beruf kann es Situationen geben, in denen Kunden oder Interessenten einen Schaden durch deine berufliche Tätigkeit erleiden. Beispielsweise kann jemand in deiner Kanzlei oder deinem Firmengebäude ausrutschen und verlangt im Anschluss Schadenersatz. Vielleicht hast du als Selbstständiger auch das Gerät eines Kunden fehlerhaft repariert und ihm hierdurch einen Schaden zugefügt. Für diese Fälle ist eine Haftpflichtversicherung wichtig, die ähnlich wie die private Haftpflichtversicherung explizit für den beruflichen Bereich gilt.

Abhängig von deiner Branche ist eine Betriebshaftpflicht, Berufshaftpflicht oder beides abzuschließen. Die Berufshaftpflicht gilt explizit für Schäden, die ein Kunde im Rahmen deiner beruflichen Tätigkeit erleidet. Im Gegenzug sorgt die Betriebshaftpflicht für die Schadensübernahme bei Risiken, die sich innerhalb deines Betriebs abgespielt haben. Typische Fälle sind Sachschäden, die sich in deinen Räumlichkeiten abspielen. Ohne eigene Kanzlei, Praxis oder regelmäßigen Kundenbesuch wirst du hierauf eher verzichten können.

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für beratende Berufe

Hoch verantwortungsvolle Berufe wie Notare, Rechtsanwälte oder Gutachter können mit einer falschen Beratung oder Beurteilung verheerende Schäden für ihre Kunden herbeiführen. Da diese weder als Person noch mit ihrem materiellen Besitz geschädigt werden, wird von Vermögensschäden gesprochen. Eine gesonderte Haftpflichtversicherung, um Schäden dieser Art nicht privat zahlen zu müssen, ist für beratende, freie Berufe obligatorisch.

Auch für andere Berufsgruppen kann die Absicherung von Vermögensschäden sinnvoll sein. Dies hängt von der Art deiner selbstständigen Tätigkeit ab, beispielsweise ob du alleine Kunden Waren verkaufst oder als Dienstleister tätig bist. Überlege individuell, ob diese Versicherungsleistungen bei deiner Selbstständigkeit sinnvoll sind oder dein Unternehmen auf eine entsprechende Leistung verzichten kann.

Sachversicherungen: Geschäft, Glasbruch & Co. sinnvoll absichern

Zu den unternehmerischen Risiken von Selbstständigen und größeren Unternehmen gehören Sachschäden an eigenen Handelswaren oder der betrieblichen Einrichtung. Durch Einbruch, Vandalismus oder Naturgewalten kann dein gesamtes Geschäft in kurzer Zeit verwüstet werden, Fensterglas und sonstiges Inventar können zu Bruch gehen. Mit Sachversicherungen nimmst du eine sinnvolle Absicherung dieser Risiken vor und erhältst im Schadensfall einen adäquaten Schadenersatz ausgezahlt. Zu den wichtigsten Sachversicherungen für dein betriebliches Kapital gehören:

  • Geschäftsversicherung: Eine vollwertige Sachversicherung, die Schäden am Inventar deines Büros, deiner Kanzlei oder anderen Räumlichkeiten übernimmt. Im Regelfall sind Ursachen wie Brand, Explosion, Rohrbruch, Diebstahl und weitere Sachrisiken rund um dein Geschäft abgesichert.
  • Glasversicherung: Dies ist ein Zusatzschutz, der über die einfache Geschäftsversicherung hinausgeht. Neben klassischen Glasscheiben lohnt der Abschluss vor allem bei einer hochwertigen Innenverglasung und großen Glasflächen von Fenstern und Türen.
  • Transportversicherung: Wenn sich seine Waren, Maschinen oder sonstigen Güter häufig unterwegs auf Transportwegen befinden, unterliegen sie zusätzlichen Risiken. Hierbei muss beachtet werden, ob Transporte ausschließlich in eigenen Fahrzeugen oder fremden Automobilen abgesichert sind.
  • Warenkreditversicherung: Falls du bereits Waren oder Dienstleistungen erbracht hast und dein Kunde geht vor der Bezahlung insolvent, wird durch die Versicherung der drohende finanzielle Ausfall gedeckt.

Weitere betriebliche Versicherungen auf freiwilliger Basis

Um umfassend versichert und auf alle Risiken vorbereitet zu sein, bietet sich je nach Branche der Abschluss von Zusatzversicherungen an. Diese sind nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben, können für Existenzgründer und kleine Selbstständige jedoch durchaus sinnvoll sein. Die wichtigsten Tarife dieser Art lernst du im Folgenden kennen.

Lohnt ein Betriebsrechtsschutz für dich als Selbstständigen?

Probleme mit Lieferanten, unzufriedene Kunden oder ein Unfall mit dem Firmenwagen können zu großen Streitigkeiten bis hin zum juristischen Prozess führen. Durch eine betriebliche Rechtsschutzversicherung gibst du die drohenden Anwalts- und Prozesskosten an einen Versicherer ab. Der Schutz ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, jedoch sehr zu empfehlen und bei vielen Anbietern mit einem privaten Rechtsschutz kombinierbar. Den Tarif kannst du nach dem Baukasten-System zusammensetzen, beispielsweise um Elemente wie Verkehrsrechtsschutz oder Mietrechtsschutz zu integrieren.

Autoversicherungen für deinen betrieblichen Fuhrpark

Wenn du beruflich beispielsweise mit einem Auto unterwegs bist, ist für dieses wie bei Privatfahrzeugen die KFZ-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Optional kannst du mit einer Teil- oder Vollkaskoversicherung den Schutz deines eigenen Fahrzeugs vor Risiken wie Elementarschäden, Diebstahl oder selbstverschuldeten Unfällen verbessern. Viele Versicherungen bieten besondere Leistungen oder einen günstigeren Beitrag für gewerbliche Kunden, wenn diese mehr als ein Fahrzeug über den Versicherer absichern. Für diese günstigeren Konditionen musst du allerdings nachweisen, dass das KFZ stärker betrieblich als privat genutzt wird.

Die Risiko-Lebensversicherung für Selbstständige

Mit einem Ehepartner oder einer Familie sind mehrere Menschen von deinen Einnahmen aus der Selbstständigkeit angewiesen. Dies wird zum Problem, wenn der Extremfall eintritt und du verstirbst. Durch die Risiko-Lebensversicherung wird deinen Hinterbliebenen ein festgelegter Geldbetrag ausgezahlt, um die erste schwere Phase finanziell zu überbrücken. Der Beitrag für einen solchen Versicherungsschutz ist relativ günstig, gerade wenn du die Risiko-Lebensversicherung mit einem anderen Produkt der privaten Rentenversicherung kombinierst.

Sonderversicherungen je nach Branche

Wenn du mit Farben oder anderen Chemikalien selbstständig arbeitest, ist eine Umwelt-Haftpflichtversicherung eine sinnvolle Erweiterung deines Haftpflichtschutzes. Ebenso ratsam ist eine Maschinenversicherung für stationäre Maschinen oder Anlagen sowie eine Elektronikversicherung für Messgeräte und ähnliches Equipment deines Arbeitsalltags. Falls du unsicher bist, ob es empfehlenswerte oder notwendige Versicherungen für deine Branche gibt, nutze die Erfahrung von einem unabhängigen Versicherungsmakler.

2.) Private Versicherungen und ihre Risikobereiche

Als Existenzgründer oder etablierter Selbstständiger bist du neben deiner eigenständigen oder freien Tätigkeit weiterhin eine Privatperson, die Versicherungen in Anspruch nimmt. Wie bei jedem Bundesbürger sollten deshalb verschiedene Lebensbereiche abgedeckt sein, um dir Sicherheit in allen Lebenslagen bis zum geruhsamen Rentenalter zu geben. Manche Versicherungen sind gesetzlich vorgeschrieben und können über die deutschen Sozialversicherungsträger abgewickelt werden.

In Bereichen wie der Krankenversicherung oder der Altersvorsorge hast du die Wahl zwischen einer freiwilligen Mitgliedschaft im gesetzlichen System und einer rein privaten Absicherung über Versicherungsunternehmen. Obligatorisch ist die Kombination aus beiden Versicherungsarten, um für deine Gesundheit umfassend Vorsorge zu treffen und einen ruhigen Lebensabend zu genießen. Selbstständige und Freiberufler müssen im Einzelfall entscheiden, welche Formen der Absicherung der eigenen Lebensweise und dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis entsprechen.

Die Kranken- und Pflegeversicherung als Pflichtversicherung

In Deutschland besteht die Pflicht für alle Erwerbstätigen, eine Krankenversicherung zum Schutz ihrer Gesundheit abzuschließen. Hierbei hast du die Wahlmöglichkeit zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung (PKV). Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sichert dir einen Standard an Leistungen zu, der in der Kostenübernahme vom Gesetzgeber festgelegt wird. Teurere Behandlungen wirst du aus eigener Tasche bezahlen müssen. Bei der privaten Krankenversicherung kannst du Verträge frei nach deinen Wünschen ausgestalten, was sich in höheren und über die Jahre steigenden Beiträgen widerspiegelt.

Gleiches gilt für die gesetzliche und private Pflegeversicherung. Hierzulande, vor über zwei Jahrzehnten eingeführt, zahlen Angestellte einen Pflichtbeitrag. Dieser berechnet sich wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung anteilig aus den monatlichen Bruttoeinnahmen. Viele Selbstständige sind nicht Teil des gesetzlichen Systems und sollten das Risiko einer Pflegebedürftigkeit durch private Verträge absichern. Ansonsten fehlen bei einem Pflegebedarf im hohen Alter oder nach einem Unfall die finanziellen Mittel für eine würdige Alltagsgestaltung.

Gesetzliche Krankenkasse oder privater PKV-Vertrag?

Ob du eine private Krankenversicherung abschließen kannst oder zwingend Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse wirst, hängt bei Selbstständigen und Freiberuflern vom Beruf ab. Grundsätzlich sind selbstständige Personen in der Wahl ihres Versicherungsschutzes frei. Für einzelne freie Berufsgruppen schreibt der Gesetzgeber jedoch die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung vor. Zu diesen Berufsgruppen gehören:

  • Künstler und Journalisten (über die Künstlersozialkassen)
  • Hebammen
  • freie Dozenten und Lehrer
  • Handwerksmeister

Wie bei Angestellten können diese Berufsgruppen nur in die private Krankenversicherung wechseln, wenn sie mit ihren Jahreseinnahmen über die Versicherungspflichtgrenze gelangen. Diese wird jährlich vom Gesetzgeber neu festgelegt und befreit von der Pflicht einer Absicherung über die GKV. Kaufleute, Einzelunternehmer und andere Selbstständige können unabhängig vom Einkommen wählen, in welchem System sie abgesichert sein möchten.

Pauschal ist es bei Selbstständigen nicht möglich zu sagen, ob entweder die GKV oder die PKV die bessere Wahl ist. Die gesetzliche Absicherung bietet einen Standardschutz. Für Existenzgründer und kleine Selbstständige fallen die Beiträge niedrig aus, da sich diese prozentual an deinen Einnahmen orientieren. Eine private Krankenkasse mit einem Volltarif in der PKV bietet dir Leistungen ganz nach deinen Vorstellungen. Da sich der Beitrag persönlich nach deinen gesundheitlichen Risiken richtet, kann dieser Gesundheitsschutz sehr günstig oder teuer ausfallen. Hole dir bei einer Wahlmöglichkeit mehrere Angebote ein und vergleiche, ob eine gesetzliche oder private Krankenkasse das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Zusatztarife in der Kranken- und Pflegeversicherung abschließen

Viele Selbstständige und Angehörige freier Berufe mit verpflichtender Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse wünschen sich zusätzliche Leistungen. Sie würden gerne von starken Tarifen der PKV profitieren, der Wechsel in einen Volltarif ist ihnen allerdings nicht möglich. Hier werden Zusatztarife zu einer attraktiven Alternative. Diese bieten gesetzlich Versicherten umfassende Leistungen, wie sie sonst nur echten Privatpatienten offen stehen. Der Nachteil: Monatliche Beiträge für diese Tarife musst du aus eigener Tasche mit deinem Nettoeinkommen bezahlen. Zu den beliebtesten und wichtigsten Zusatztarifen gehören:

  • Zahnzusatzversicherung
  • Zusatzschutz für Krankenhausaufenthalt
  • Kostenübernahme für alternative Heilmittel und Methoden
  • Kostenübernahme für Hör- und Sehhilfen
  • private Pflegeverträge

Auch hier gilt: Ob weitere Versicherungen neben der Standardabsicherung deiner Gesundheit Sinn ergeben, hängt von deiner individuellen Situation ab. Gerade anfangs haben Freiberufler und Selbstständige wenige finanzielle Mittel für einen umfassenden Zusatzschutz frei, so dass im Laufe der Zeit gezielt ergänzt werden sollte.

Privathaftpflichtversicherung für deinen Vermögensschutz

Viele Versicherungsexperten sehen die private Haftpflichtversicherung als den wichtigsten Tarif an, der von jedem Bundesbürger abgeschlossen werden sollte. Durch die Privathaftpflichtversicherung bist du finanziell vor Schäden geschützt, die du Dritten zufügst. Bereits eine falsche Handbewegung oder ein unkonzentrierter Moment können ausreichen, um anderen Menschen einen Person- oder Sachschaden zuzuführen. Von der zerbrochenen Vase bis zum zerkratzen Lack bei einem Oldtimer und Sammlerstück reichen die Risiken – und je nach Schadenshöhe kann dies den Ruin bedeuten. Schließe deshalb eine Privathaftpflicht ab, die je nach Versicherer mit der unternehmerischen Haftpflichtversicherung kombiniert werden kann.

Deine private Altersvorsorge für einen gesicherten Lebensabend

Nach Jahren und Jahrzehnten deiner Selbstständigkeit wirst du dich auf einen ruhigen Lebensabend freuen wollen. Die meisten Selbstständigen und Freiberufler sind nicht Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung. Das bedeutet, dass du keine Altersrente von Vater Staat erwarten darfst und komplett alleine vorsorgen musst. Hiermit solltest du schon früh im Leben beginnen, um durch niedrige Beiträge starke Leistungen zum Rentenalter hin zu erhalten. Der Gesetzgeber arbeitet daran, dass die private Altersvorsorge für Selbstständige und freie Berufe Pflicht wird. Du wirst zukünftig also in jedem Fall vorsorgen müssen, wobei du mehrere Wahlmöglichkeiten hast.

Mehrere Säulen für deine Altersvorsorge nutzen

Ähnlich wie bei der Krankenversicherung erwartet dich in der Altersvorsorge eine private und eine gesetzliche Variante, ergänzt um ein betriebliches Vorsorgekonzept. Die drei Säulen der Vorsorge stehen nicht in Konkurrenz zueinander, vielmehr empfiehlt der Gesetzgeber eine Kombination aus allen drei Säulen für einen sicheren Lebensabend. Die drei Säulen sind:

  1. Gesetzliche Rentenversicherung: In diese Zahlen alle Angestellten in Deutschland verpflichtend Beiträge ein. Die oben genannten Berufsgruppen sind ebenfalls in diesem System pflichtversichert. Andere Selbstständige können überlegen, auf freiwillige Basis Rentenzahlungen an die Deutsche Rentenversicherung zu leisten, um sich auf eine staatliche Altersrente freuen zu können. Die Höhe der Beitragszahlung kann in diesem Fall frei gewählt werden.
  2. Private Rentenversicherung: Diese stellt für Selbstständige die wichtigste und häufigste Wahl dar. Über Versicherer werden verschiedene Tarife und Konzepte wie Lebensversicherungen oder Privatrenten abgeschlossen. Die Höhe der Leistungen kann individuell gewählt werden und beeinflusst den Monatsbeitrag.
  3. Betriebliche Rentenversicherung: Von dieser profitieren vor allem Angestellten, da Unternehmen ab einer bestimmten Größe ein betriebliches Vorsorgekonzept anbieten müssen. Die Beiträge hierfür werden direkt vom Bruttoeinkommen abgezogen und reduzieren die Steuerlast. Für Selbstständige und Freiberufler sind individuelle Konzepte wie eine Pensionskasse oder eine Versorgungszusage vereinbar.

Tarife zur Altersvorsorge gehören zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt, damit du dich vor einer Altersarmut bewahrst. Das Thema ist komplex und die Vielfalt an Versicherungsprodukten groß, weshalb Laien beim Abschluss Hilfe von einem unabhängigen Versicherungsmakler nutzen sollten. Dieser zeigt auf, was individuell wirklich notwendige Versicherungen sind und wie sich die Versorgungslücke im Alter kostenbewusst schließen lässt.

Riester-und Rürup-Rente als staatlich geförderte Vorsorgearten

Die Privatvorsorge ist nicht nur für Selbstständige und Freiberufler eine Herausforderung. Viele erkennen, dass diese Form der Vorsorge notwendig ist – oft fehlen hierfür nur die finanziellen Mittel. Dies hat der Gesetzgeber erkannt und nach der Jahrtausendwende zwei Konzepte der Vorsorge mit staatlicher Förderung geschaffen. Diese Förderung alleine macht die Produkte nicht zwingend zur persönlich besten Wahl. Allerdings solltest du bei einem Vergleich der privaten Versicherungen analysieren, welche Vorteile dir die Modelle bringen und wie du gerade als Existenzgründer Beitrags- und Steuervorteile ausnutzen kannst.

Das ältere Förderkonzept ist die Riester-Rente. Bei dieser schließt du entsprechend zertifizierte Produkte bei einer Versicherung ab, die zum Lebensabend hin als Zusatzrente ausgezahlt wird. Der Antragsteller erhält selbst sowie für seinen Ehepartner und jedes Kind einen festen Förderbetrag, der den eigenen Jahresbeitrag reduziert. Für eine volle staatliche Förderung musst du vier Prozent deines Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag investieren, alternativ zum Förderbetrag kannst du einen Steuervorteil nutzen. Die Riester-Rente wurde primär für Angestellte entwickelt und lohnt sich vor allem für Versicherte mit einer größeren Familie.

Für Selbstständige interessanter ist die Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt. Sie wurde bewusst für diese Berufsgruppe eingeführt, da zur Nutzung der Riester-Rente verpflichtend die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung vorliegen muss. Bei dieser Förderente kannst du die eingezahlten Beiträge in das Rentenprodukt bis zu einer Obergrenze steuerlich geltend machen. Auch in der Leistungsphase bleibt ein Anteil der Rentenauszahlung von der Versteuerung befreit.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zur Absicherung deiner Arbeitskraft

Die Krankenversicherung übernimmt für Selbstständige und Freiberufler die Kosten für Behandlungen und Medikamente, jedoch nicht für einen dauerhaften Ausfall. Falls du akute finanzielle Hilfe nach einem Unfall benötigst – wenn du selbst keine Einnahmen generieren kannst – ist die private Unfallversicherung die richtige Wahl. Diese sollte höher dotiert werden als bei einem Angestellten, der bei Unfällen mit Bezug auf sein Arbeitsleben von einer Unfallversicherung des Gesetzgebers profitiert.

Noch wichtiger ist die Existenzsicherung, wenn ein Ausfall nach Unfall oder Krankheit sechs Monate oder länger dauert. Dies ist die gängige Zeitspanne, nach der die meisten Versicherer die Berufsunfähigkeit eines Versicherten bemessen. Zwar gewährt der Staat eine Erwerbsminderungsrente, diese ist jedoch an strenge Auflagen bezüglich deiner Arbeitsstunden pro Tag gebunden und leistet nur einen Bruchteil deines bisherigen Nettoeinkommens. Bist du als Freiberufler oder Selbstständiger nicht Teil des Sozialversicherungssystems, darfst du keine Leistungen erwarten.

Die Wahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb für Selbstständige und Freiberufler eine absolute Pflicht. Achte dabei auf die gewählte Höhe der BU-Rente, die deine monatlichen Lebenshaltungskosten abdecken sollte. Im Regelfall wird die Rente noch höher angesetzt, damit sie der steigenden Preisentwicklung im Laufe der Jahre gerecht wird. Die BU-Versicherung ist ein komplexes Produkt, bei dem du durch Klauseln wie der abstrakten oder konkreten Verweisung schnell Nachteile erleidest. Hier lohnt die kompetente Beratung von einem unabhängigen Versicherungsfachmann.

Rechtsschutz, Unfall & Co.: Was sind gute Zusatzversicherungen?

Neben den wichtigsten Arten, deine Gesundheit und Arbeitsfähigkeit abzusichern, gibt es wichtige Personen- und Sachversicherungen für den privaten Bereich. Diese lassen sich teilweise mit Verträgen koppeln, die unternehmerische Risiken abdecken und als Zusatz gegen einen geringen Beitragsaufschlag hinzugefügt werden können. Die wichtigsten und sinnvollsten Zusatzversicherungen sind:

  • Privatrechtsschutz: Auch als Privatperson besteht das Risiko, dass du in eine Rechtsstreitigkeit verwickelt wirst. Um Anwalts- und Prozesskosten nicht selbst bezahlen zu müssen, kannst du den Privatrechtsschutz als weiteren Baustein zu deiner betrieblichen Rechtsschutzversicherung hinzufügen.
  • Hausratversicherung: Mit dieser Tarifart wird dein Hab und Gut abgesichert, beispielsweise vor Rohrbruch, Sturm oder Diebstahl. Die Höhe der Versicherungssumme sollte dabei dem Wert deines tatsächlichen Eigentums und Hausrats entsprechen.
  • Auslandsversicherungen: Wenn du als Privatperson oder geschäftlich viel auf Reisen im Ausland unterwegs bist, ist eine Ergänzung deiner bestehenden Krankenversicherung empfehlenswert. Dies gilt besonders, wenn du keinen Volltarif in der PKV abgeschlossen hast und in Länder reist, die kein Sozialversicherungsabkommen mit der Bundesrepublik abgeschlossen haben.

Einzelverträge oder ein Leistungspaket für Selbstständige abschließen?

Selbstständige und Freiberufler benötigen gerade zu Beginn ihrer Tätigkeit eine Fülle von Versicherungen, die erstmals abgeschlossen werden. Hier liegt es aus Bequemlichkeit nahe, viele Verträge bei einem einzelnen Anbieter zu wählen. Diese erleichtern den Vertragsabschluss durch Kombi-Rabatte, bei mehreren Verträgen erhältst du attraktive Nachlasse auf eine Beitragszahlung. Dennoch solltest du nicht pauschal sämtliche Versicherungsverträge bei einem Anbieter auswählen.

Neben dem Kostenvorteil geht es gerade im betrieblichen Bereich um das gebotene Leistungsspektrum. Manche Versicherungen werden dir einen starken Schutz für deine Gesundheit bieten, andere haben ihre Stärken in Sachversicherungen oder der Altersvorsorge. Günstigere Jahresbeiträge durch Rabatte lohnen nur, wenn du auch eine Leistungsfülle nach deinen Vorstellungen erhältst. Führe deshalb in Ruhe einen Vergleich für jede einzelne Versicherungsart durch und ermittele so deine Favoriten. Wenn verschiedene Tarife beim gleichen Versicherer locken, kannst du natürlich die in Aussicht gestellten Rabatte nutzen.

Durch unabhängige Beratung die besten Versicherungen auswählen

Existenzgründer und unerfahrene Selbstständige begehen am Anfang ihrer Tätigkeit noch einige Fehler. Damit sich dies nicht rächt und teuer bezahlt wird, solltest du von Beginn an von einem optimalen Versicherungsschutz profitieren. Die Auswahl aller geeigneten Verträge zum individuell besten Versicherungsportfolio ist nicht einfach, weshalb du auf kompetente Hilfe vertrauen solltest. Gründungscoaches und ähnliche Dienstleister sprechen das Thema Versicherungen neben anderen Inhalten rund um deine Existenzgründung an. Ansonsten sind Versicherungsmakler gute Partner, die ohne Bindung an eine bestimmte Gesellschaft eine neutrale Analyse für dich durchführen. Mit großer Erfahrung zeigen dir diese Personen auf, welcher Umfang und welche Art von Versicherungen deiner Selbstständigkeit gerecht werden.

Alle hier genannten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir weisen jedoch daraufhin, dass wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen können. Insbesondere ersetzt dieser Inhalt keine rechtliche oder steuerliche Beratung im Einzelfall. Für eine Beratung in rechtlichen oder steuerlichen Angelegenheiten wende dich bitte an einen Anwalt oder Steuerberater deines Vertrauens.