Wie erstelle ich als Selbstständiger meine Einkommensteuererklärung?

Eine Steuererklärung selbst auszufüllen kann recht anspruchsvoll sein. Besonders wenn du selbstständig bist, gibt es zahlreiche Dinge zu beachten. Vor allem Pauschalen, Freibeträge, Betriebsausgaben und die Gewinnermittlung sind Punkte, die Freiberufler, Unternehmen sowie andere Selbstständige betreffen. In diesem Artikel erhältst du Hilfestellungen, wie du deine Einkommensteuererklärung als Selbstständiger ausfüllst, welche Formulare du benötigst sowie generelle Informationen zum Thema Steuern.

Wann versteuern Selbstständige ihre Einkünfte über die Einkommensteuererklärung?

Für viele Selbstständige legt der Staat die Einkommensteuer als Grundlage zur Versteuerung des Einkommens fest. Dies betrifft nicht nur Kaufleute und kleine Unternehmer, sondern auch Freiberufler sowie Land- und Forstwirte. Unabhängig davon, ob du oder dein Unternehmen der Umsatzsteuer unterliegen, werden die Gewinne aus selbstständiger Tätigkeit in der Einkommensteuererklärung angegeben. In welcher Form du deine Gewinne in der Steuererklärung angibst, wird vom Finanzamt festgesetzt. Wenn du mit deiner selbstständigen Tätigkeit beginnst, erhältst du vom Finanzamt einen Fragebogen. Auf Basis dieses Fragebogens zur steuerlichen Erfassung wird dir mitgeteilt, ob du eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 des EStG einreichen darfst oder der Bilanzierungspflicht unterliegst.

Welche Anlagen muss ich als Selbstständiger ausfüllen?

Die Einkommensteuererklärung setzt sich aus dem Mantelbogen sowie einer unterschiedlichen Anzahl an Anlagen zusammen. Der Mantelbogen gehört zu jeder Steuererklärung dazu. Hier werden deine persönlichen Daten, wie dein Familienstand, die Steuernummer und deine Adresse, eingetragen. Welche Anlagen du ausfüllen musst, hängt zum einen von deiner Tätigkeit ab. Zum anderen beeinflussen auch dein Familienstand und die Art der Veranlagung die notwendigen Anlagen. Unterschieden wird zwischen der Einzel- und der Zusammenveranlagung. Bei der Zusammenveranlagung gibst du zusammen mit deinem Lebenspartner eine gemeinsame Steuererklärung ab.

Die Anlagen zur Einkommensteuererklärung sind jeweils auf bestimmte Tätigkeiten und Branchen zugeschnitten. Folgende Anlagen zur Einkommensteuer sind für Selbstständige relevant:

  • Anlage S: Hier machen Freiberufler Angaben über die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit.
  • Anlage G: Hier machst du Angaben zu deinen Einkünften aus Gewerbebetrieben.
  • Anlage L: Für Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft.
  • Anlage EÜR: Wenn das Finanzamt von dir eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung fordert, benötigst du diese Anlage.
  • Anlage AVEÜR: Sie gehört zur Anlage EÜR dazu und dient als Anlageverzeichnis und Ausweis des Umlaufvermögens.
  • Anlage Weinbau: Betrifft nur bestimmte Weinbaubetriebe, die keine Bücher führen. Diese Anlage gehört zur Anlage L dazu.
  • Anlage Forstwirtschaft: Gehört ebenfalls zur Anlage L. Nur wenn du tarifbegünstigte Einkünfte aus Holznutzungen hast, brauchst du diese Anlage.
  • Anlage V: Wenn deine Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung stammen.
  • Anlage KAP: In dieser Anlage werden alle Einnahmen aus Kapitalerträgen vermerkt.
  • Anlage Vorsorgeaufwand: Hier trägst du unter anderem deine Beiträge zu den Sozialversicherungen ein.

Wie fülle ich die Anlagen korrekt aus?

Nachdem du festgestellt hast, welche Formulare du benötigst, geht es daran, die Informationen korrekt einzutragen. Als Freiberufler trifft für dich die Anlage S zu, Kaufleute benötigen die Anlage G und Land- und Forstwirte die Anlage L. Alle drei Anlagen haben gemein, dass du in die erste Zeile den Gewinn einträgst. Es handelt sich somit um dein Geschäftsergebnis des Jahres, wobei du von den Einnahmen bereits alle betrieblichen Ausgaben abgezogen hast. Wenn du in der Anlage L Einnahmen von mehr als 17.500,00 Euro ausweist, dann bist du verpflichtet, die Anlage EÜR auszufüllen. Dies ist bei Land- und Forstwirten die Grenze, ab der du eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung aufstellen musst, um dem Finanzamt einen detaillierten Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben zu geben. Für Freiberufler gilt ab dem Steuerjahr 2017 grundsätzlich, dass die Anlage EÜR Pflicht ist. Auch Gewerbetreibende, die nicht der Bilanzierungspflicht unterliegen, müssen zusätzlich zur Anlage G die Anlage EÜR einreichen. Wenn du hingegen einen Jahresabschluss in Form einer Bilanz erstellst, dann entfällt für dich die Anlage EÜR.

Was muss ich beachten, wenn ich die Anlage EÜR ausfülle?

Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmer ist die Anlage EÜR fester Bestandteil der Einkommensteuer. Nur wenn du mehr als 500.000,00 Euro Jahresumsatz oder 50.000,00 Euro Gewinn in einem Jahr erwirtschaftet hast, entfällt für dich die Anlage EÜR. Anstelle dessen fordert das Finanzamt jedoch eine Bilanz. Als Basis für die Anlage EÜR dient deine Buchführung. Wenn du eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung, die auch 4/3-Rechnung genannt wird, für die Anlage EÜR erstellst, führst du in der Regel eine einfache Buchführung.

In dem Formular trägst du zunächst ein, welche Rechtsform dein Unternehmen hat und welche Art von Einkünften du erwirtschaftet hast. Hier hast du, entsprechend den Anlagen S, G und L, die zu zur Anlage EÜR dazugehören, die Wahl zwischen Einkünften aus der Land- und Forstwirtschaft, einem Gewerbebetrieb oder aus selbstständiger Arbeit. In den folgenden Feldern trägst du alle relevanten Zahlen ein, die du aus deiner Buchführung übernimmst. Bei den Einnahmen unterscheidet das Formular zwischen Betriebseinnahmen, bei denen Umsatzsteuer berechnet wurde, sowie Einkünften ohne Umsatzsteuer. Dies ist abhängig von deiner steuerlichen Bewertung sowie deiner Branche. Einige Berufsgruppen, wie die medizinischen Berufe, sind immer von der Umsatzsteuer befreit. Freiberufler sind von der Pflicht der Umsatzsteuer befreit, wenn sie unter die Kleinunternehmerregelung fallen und einen entsprechenden Antrag stellen.

Nachdem du alle Einnahmen aus deiner selbstständigen Tätigkeit im Formular vermerkt hast, folgen die Felder für die Betriebsausgaben. Zum Schluss werden in der Anlage EÜR die Betriebsausgaben von den Einnahmen abgezogen und es wird ein steuerpflichtiger Gewinn oder Verlust ausgewiesen.

Welche Bedeutung hat die Anlage Vorsorgeaufwand für mich als Selbstständigen?

Die Anlage Vorsorgeaufwand ist von großer Bedeutung. Als Selbstständiger bist du, ebenso wie jeder Angestellte auch, verpflichtet, in die verschiedenen Sozialversicherungen einzuzahlen. Dies sind insbesondere die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Seit der Einführung des Bürgerentlastungsgesetzes im Jahre 2010 ist es möglich, diese Beiträge steuerlich geltend zu machen. Beiträge, die du im Steuerjahr in die Sozialversicherungskassen eingezahlt hast, trägst du in der Anlage Vorsorgeaufwand ein. Hier findest du sowohl Felder für die gesetzliche, als auch die private Krankenversicherung. Als Selbstständiger hast du die Möglichkeit in eine private Krankenkasse einzutreten. Über diese Anlage machst du deine Beiträge in die verschiedenen Sozialversicherungskassen geltend.

Welche Vorteile habe ich als Selbstständiger, wenn ich eine Einkommensteuererklärung einreiche?

Für die meisten Selbstständigen ist die Abgabe der Steuererklärung sowieso Pflicht. Der Staat legt großen Wert darauf, dass deine Einkünfte aus selbstständiger Arbeit korrekt versteuert werden. Abgesehen davon ist die Erklärung nicht nur dafür da, deine Einnahmen anzugeben. Wenn du dich etwas vorbereitest, die entsprechenden Belege das Jahr über sammelst und weißt, worauf du zu achten hast, nützt dir die Einkommensteuererklärung auch. Du hast nämlich die Möglichkeit, dein zu versteuerndes Einkommen zu reduzieren. Hierfür stehen dir verschiedene Optionen zur Verfügung. In der Regel bieten die absetzbaren Betriebsausgaben die meisten Chancen, die Steuer zu senken. Viele Selbstständige nutzen diesen Bereich jedoch nicht effektiv aus. Die Gründe hierfür liegen einerseits darin, dass wichtige Belege nicht gesammelt werden. Andererseits wissen viele Steuerpflichtige auch nicht, welche Kosten sich steuerlich geltend machen lassen. Auch kann eine Zusammenveranlagung hilfreich sein, besonders dann, wenn deine Einkünfte aus selbstständiger Arbeit in einem Jahr sehr niedrig ausgefallen sind. Darüber hinaus gibt es einige Tricks und Pauschalen, die dein zu versteuerndes Einkommen weiter senken.

Welche Kosten sind als Betriebsausgaben absetzbar?

Als Selbstständiger hast du in der Regel viele Ausgaben, die du tätigen musst, um deiner Arbeit nachzugehen. Je nach Branche fallen diese Betriebsausgaben ganz unterschiedlich aus. Wichtig zu wissen ist, dass das Finanzamt dir eine Pauschale gewährt. Diese Pauschale liegt, Stand 2018, bei 1.000,00 Euro. Wenn du keine Belege gesammelt oder errechnet hast, dass du in einem Jahr weniger Ausgaben hattest, als diese Pauschale, brauchst du keine Kostenaufstellung einzureichen. Auch entsprechende Belege als Beweise sind nicht notwendig. Du trägst einfach die Pauschale als Betriebskosten auf der Anlage ein, die für deine Tätigkeit zutrifft. Hast du einen Gewerbebetrieb, dann ist dies die Anlage G, Land- und Forstwirte nutzen die Anlage L und Freiberufler in der Regel die Anlage S. Wenn du diese Pauschale nicht einträgst, verschenkst du bereits Sparpotenzial.

Bist du hingegen verpflichtet, eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder gar eine Bilanz aufzustellen, dann unterliegst du auch der Buchführungspflicht. In diesem Falle erfasst du Betriebsausgaben sowieso und machst die entsprechenden Angaben in der Anlage EÜR. Hier mindern deine Betriebsausgaben automatisch deinen Gewinn und senken so dein zu versteuerndes Einkommen. Wichtig ist es aber auch in diesem Fall, das ganze Jahr über die Betriebsausgaben zu protokollieren und Belege zu sammeln. Hierfür ist es natürlich entscheidend zu wissen, welche Kosten vom Finanzamt anerkannt werden.

Grundsätzlich handelt es sich bei den Betriebskosten um alle die Ausgaben, die für deine selbstständige Arbeit notwendig sind. Je nach Branche und Tätigkeit sehen diese Ausgaben sehr unterschiedlich aus. Wenn du als Freiberufler ein Heimbüro hast, dann gibt es hier verschiedene Möglichkeiten, Kosten steuerlich geltend zu machen. Zunächst einmal sind dies laufende Kosten, wie die Gebühren für das Internet oder Telefon. Natürlich sind solche Kosten nur anrechenbar, wenn du Internet und Telefon für die Ausübung deiner Tätigkeit nutzt. Ein weiterer Posten ist das Arbeitszimmer. Die Berechnung hier ist recht komplex und das Finanzamt prüft in der Regel genau nach, ob die Nutzung korrekt angegeben ist. Grundsätzlich gilt, wenn du das Arbeitszimmer bei der Steuererklärung voll ansetzen willst, darfst du dieses Zimmer ausschließlich beruflich nutzen. Es muss sich zusätzlich um einen räumlich getrennten Bereich handeln, der von niemandem sonst verwendet wird. Dann wird die Größe des Arbeitszimmers anteilig zur Grundfläche der gesamten Wohnung ausgerechnet. Nach diesem prozentualen Schlüssel ist es nun erlaubt, die Kosten der Wohnung anteilig bei der Einkommensteuer als Betriebskosten geltend zu machen. Der Rahmen, welche Kosten du angeben darfst, ist sehr weit. Unter anderem ist es möglich, die folgenden Kosten im Zusammenhang mit einem Arbeitszimmer steuerlich geltend zu machen:

  • Mietkosten
  • anstelle der Miete eine Gebäudeabschreibung, wenn du Besitzer der Immobilie bist
  • Zinsen, die im Rahmen von Krediten anfallen, die für Erwerb, Instandsetzung, Reparatur oder Bau der Immobilie benötigt wurden
  • Kosten für Strom und Wasser
  • Grundsteuer
  • Gebühren für die Müllabfuhr oder den Schornsteinfeger
  • Versicherungsbeiträge für den Hausrat und die Immobilie
  • Renovierungskosten, sofern diese den Hausflur beziehungsweise das Treppenhaus betreffen

Alle diese Kosten werden anteilig zur Größe des Arbeitszimmers als Betriebskosten addiert. Eine Ausnahme bilden Renovierungskosten, die im direkten Zusammenhang mit dem Arbeitszimmer stehen. Solche Kosten sind zu 100 Prozent absetzbar. Für alle diese Kosten gilt, dass du grundsätzlich die Originalbelege benötigst. Ab dem Steuerjahr 2017 ist es jedoch keine Pflicht mehr, diese Belege zusammen mit der Steuererklärung dem Finanzamt einzureichen. Auf Nachfrage müssen die entsprechenden Belege jedoch eingeschickt werden. Aus diesem Grund solltest du alle Unterlagen sorgfältig aufbewahren. Alternativ ist ein beschränkter Abzug möglich, wenn du keine Kostenaufstellung besitzt oder die Kosten in einem Jahr unterhalb der Pauschale liegen. In diesem Fall erlaubt die Gesetzgebung, dass du 1.250,00 Euro pauschal als Kostenpunkt ansetzt.

Ein weiterer Posten, der viele Selbstständige betrifft, sind die Arbeitsmittel. Arbeitsmittel sind Hilfsstoffe, die du direkt oder indirekt im Arbeitsalltag benötigst. Hierzu kann ein Bürostuhl, ein Paar Handschuhe oder Werkzeug gehören. Der Gesetzgeber unterscheidet hier zwischen zwei Klassen von Arbeitsmitteln. Dies sind zum einen die geringwertigen Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten du sofort und in voller Höhe geltend machst. Zum anderen handelt es sich um Vermögensgegenstände, die dementsprechend teurer in der Anschaffung sind. Für die Einkommensteuererklärung des Jahres 2017 ist die Obergrenze der geringwertigen Wirtschaftsgüter bei 487,90 Euro brutto beziehungsweise 410,00 netto angesetzt. Durch eine Gesetzesänderung steigt diese Grenze ab dem Steuerjahr 2018 auf 952,00 Euro brutto, was 800,00 Euro netto entspricht. Alle Gegenstände, die teurer sind, müssen über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Für die unterschiedlichen Gegenstände werden vom Gesetzgeber Nutzungszeiträume vorgegeben. In der AfA-Tabelle findest du die entsprechenden Angaben. Für einen Computer werden beispielsweise drei Jahre als Nutzungszeitraum angesetzt. Der Anschaffungspreis muss also auf drei Jahre verteilt, in der Regel zu gleichen Teilen, als Abschreibung geltend gemacht werden. Wichtig ist hier auch, den Zeitpunkt der Anschaffung zu berücksichtigen. Hier kommt eine monatsweise Berechnung zum Tragen. Hast du den Computer also im Juli gekauft, trägst du im ersten Jahr nur ein Sechstel der Anschaffungskosten ein, in den darauffolgenden zwei Jahren jeweils ein Drittel und im vierten Jahr wiederum ein Sechstel. Ob du den Anschaffungspreis in netto oder brutto berechnest, hängt wiederum von deiner umsatzsteuerlichen Situation ab. Bist du zum Vorsteuerabzug berechtigt, fertigst also auch eine Umsatzsteuererklärung an, dann werden alle Anlagegüter netto angegeben. Bist du hingegen nicht befugt, Umsatzsteuer auszuweisen, dann machst du die Kosten inklusive der Mehrwertsteuer, also brutto, geltend. Voraussetzung dafür, dass du einen solchen Gegenstand als Arbeitsmittel in der Steuererklärung geltend machst, ist, dass du diesen ausschließlich für deine selbstständige Arbeit nutzt.

Ebenfalls zu den Betriebskosten zählen die Aufwendungen, die du für Reisen hattest. Hier gibt es einiges zu beachten. Grundsätzlich gilt, dass direkte Fahrzeugkosten nur dann angerechnet werden, wenn du kein berufliches Fahrzeug besitzt. Wenn du als Freiberufler einen Wagen nutzt, dann stehen dir folgende Optionen zur Verfügung. Du hast zum einen die Möglichkeit, ein Fahrtenbuch zu führen. Dies bietet sich an, wenn du dein privates Fahrzeug gleichzeitig für berufliche Fahrten nutzt. Hier wird dann eine Pauschale geltend gemacht, die 2018 bei 30 Cent pro gefahrenem Kilometer liegt. Bei Motorrädern und E-Bikes beträgt die Pauschale 25 Cent. Alternativ addierst du alle Kosten des Jahres zusammen und rechnest den Anteil der zurückgelegten Kilometer aus, die du beruflich gefahren bist. Nach diesem Schlüssel ist es dann erlaubt, die Kosten umzulegen. Zu den Kosten, die du berechnen darfst, gehören Versicherung, Treibstoff, Reparaturen und Zinsen für einen Kredit. Zum anderen kannst du natürlich ein Firmenfahrzeug anschaffen. Dieses darfst du dann jedoch nur für berufliche Fahrten nutzen. Dafür sind dann jedoch alle Kosten, inklusive der Anschaffung, von der Steuer absetzbar.

Ein weiterer Teil der Reisekosten sind die Übernachtungskosten. Wenn du beruflich unterwegs warst und in einem Hotel übernachtet hast, sind diese Kosten voll abzugsfähig. Selbstständige haben die Möglichkeit, anhand von Quittungen die tatsächlichen Kosten nachzuweisen und geltend zu machen. In vielen anderen Fällen kommen hier Pauschalen zum Einsatz, die unter Umständen ungünstiger ausfallen. Als Reisenebenkosten erkennt das Finanzamt bei Selbstständigen übrigens noch weitere Ausgaben an. Zu diesen gehören Gebühren für die Nutzung des Internets in einem Hotel oder Parkgebühren. Auch hier gilt, dass du einen Nachweis über die tatsächlich entstandenen Kosten erbringen musst.

Pauschal rechnet der Gesetzgeber hingegen die Verpflegung auf Dienstreisen ab. Dauert deine Reise mindestens acht Stunden, so notierst du auf der Reisekostenabrechnung für diesen Tag zwölf Euro. Bei mehrtägigen Reisen verdoppelt sich die Pauschale auf 24 Euro, aber nur, wenn du tatsächlich 24 Stunden abwesend warst. Die Höhe der Pauschalen werden vom Gesetzgeber gegebenenfalls angepasst. Die hier genannten Zahlen gelten für das Steuerjahr 2018. Bei allen Geschäftsreisen, für die du Kosten geltend machst, gilt, dass du im Zweifelsfall nachweisen musst, dass die Reise einen beruflichen Hintergrund hatte.

Welche Auswirkungen haben die Steuerklasse und mein Familienstand auf meine Einkommensteuer?

Wenn du verheiratet bist, hast du bei der Einkommensteuer generell die Wahlmöglichkeit, eine gemeinschaftliche Steuererklärung abzugeben. Alternativ reicht jeder der Eheleute eine getrennte Erklärung beim Finanzamt ein. Im Gegensatz zu der Wahlmöglichkeit, die Angestellte bei der Lohnsteuerklasse haben, entfällt diese bei Selbstständigen. Du unterliegst nämlich nicht der Lohnsteuerpflicht, sondern nur der Einkommensteuerpflicht. Dennoch kann die Zusammenveranlagung sich positiv für deinen Haushalt auswirken. Eventuell bist du oder dein Ehepartner nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Dies ist der Fall, wenn die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit so gering sind, dass sie unterhalb des Grundfreibetrags liegen. In diesem Fall lohnt es sich besonders, die Zusammenveranlagung zu wählen. Vor allem dann, wenn der andere Ehepartner ein hohes zu versteuerndes Einkommen hat. Der Grundfreibetrag, der jährlich angepasst wird und 2018 zum Beispiel bei 9.000,00 Euro pro Person lag, wird bei der Zusammenveranlagung verdoppelt und für das Ehepaar gemeinsam angerechnet. Es werden also die Einkünfte beider Eheleute addiert und der Freibetrag, im Falle des Jahres 2018 in einer Höhe von 18.000,00 Euro, auf das komplette Einkommen angerechnet. Wenn deine Einkünfte aus selbstständiger Arbeit etwa bei 5.500,00 Euro lagen, dann profitiert dein Partner von 3.500,00 Euro Freibetrag, die zusätzlich von seinem Einkommen abgezogen werden. Dies resultiert automatisch in einem niedrigeren zu versteuernden Einkommen und somit einer geringeren Zahllast.

Ein weiteres Szenario ist, dass du oder dein Ehepartner sowohl angestellt als auch selbstständig tätig bist. Hier gibt es zwei Varianten. Entweder du bist hauptberuflich als Angestellter tätig und betreibst nebenher eine selbstständige Tätigkeit oder du bist nebenberuflich angestellt und erwirtschaftest den größten Teil deines jährlichen Einkommens aus selbstständiger Arbeit. Wichtig ist in diesem Fall, festzustellen, welcher der Ehepartner zusammengerechnet das höhere zu versteuernde Einkommen hat. Du solltest bei dieser Rechnung auch unbedingt die Betriebsausgaben bedenken, die bei der selbstständigen Arbeit das zu versteuernde Einkommen senken. In einer solchen Situation wählt derjenige, der mehr Einkommen als Angestellter erwirtschaftet hat, die Lohnsteuerklasse 3. In dieser Klasse profitierst du von einem geringeren Steuersatz. Auf diese Weise senkst du die absolute Steuerlast, die dein Haushalt an Einkommensteuer leistet.

Wenn deine Einkünfte aus der Land- oder Forstwirtschaft stammen, steht dir ein Freibetrag von 900,00 Euro pro Jahr zur Verfügung. Auch hier profitierst du von der Zusammenveranlagung, da dann der Freibetrag automatisch bei 1.800,00 Euro liegt, auch wenn dein Ehepartner nicht in der Land- oder Forstwirtschaft tätig ist. Ebenfalls ist der Freibetrag an eine Einkommensobergrenze gekoppelt. Bei der Einzelveranlagung verlierst du den Freibetrag, wenn du im Steuerjahr Einkünfte von über 30.700,00 Euro erwirtschaftet hast. Bei der Zusammenveranlagung liegt die Obergrenze hingegen bei 61.400,00 Euro gemeinschaftlichem Einkommen. Für Land- und Forstwirte lohnt sich aus diesem Grund die Zusammenveranlagung in den meisten Fällen besonders.

Wie reiche ich als Selbstständiger meine Einkommensteuererklärung ein?

Die Zeiten, in denen du deine Steuererklärung per Hand auf Papier ausgefüllt hast, sind ab dem Steuerjahr 2017 vorbei. Ab diesem Veranlagungsjahr sind alle Selbstständigen, die eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung einreichen, verpflichtet, die Steuererklärung auf dem elektronischen Weg an das Finanzamt zu übermitteln. Hierfür steht dir ELSTER zur Verfügung. Über dieses Online-Portal schickst du deine Steuererklärung in digitaler Form an die Behörde. Die gesamte Erklärung füllst du ebenfalls am Computer aus. Gleichzeitig entfällt die Pflicht, Originalbelege zusammen mit der Einkommensteuererklärung einzureichen. Du bist jedoch weiterhin verpflichtet, alle Belege aufzubewahren und auf Anfrage dem Finanzamt einzureichen. Wenn du selbstständig bist und deine Steuererklärung selbst machst, dann ist der Stichtag für die Einkommensteuererklärung übrigens der 31. Juli des Folgejahres. Nimmst du die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch, dann läuft die Frist erst am 28. Februar des übernächsten Jahres ab.

Alle hier genannten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir weisen jedoch daraufhin, dass wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen können. Insbesondere ersetzt dieser Inhalt keine rechtliche oder steuerliche Beratung im Einzelfall. Für eine Beratung in rechtlichen oder steuerlichen Angelegenheiten wende dich bitte an einen Anwalt oder Steuerberater deines Vertrauens.